Dan Jurafsky
Natural Language Processing zu einer lehrbaren Disziplin zu machen — und aus dieser Perspektive zu lesen, wo die aktuellen Evaluationspraktiken des Feldes in seine längere Geschichte passen und wo nicht.
Das Lehrbuch, das Jurafsky mit James Martin verfasst hat, Speech and Language Processing, ist seit über zwei Jahrzehnten der Einstiegspunkt für NLP-Graduiertenstudierende — die dritte Auflage verfolgt, wie das Feld Deep Learning aufgenommen hat und dabei die linguistischen und probabilistischen Grundlagen für alle verfügbar hält, die sie noch wollen. Sein breiteres Werk läuft produktiv gegen den Strich des modernen NLP: computergestützte Soziolinguistik, die Sprache des Essens, Analyse von Dialogen im Gerichtssaal, Projekte also, die Sprache als etwas behandeln, das Menschen in sozialen Situationen tun, statt als Benchmark, der gesättigt werden soll. Diese weitere Linse gibt seinem aktuellen Kommentar zur LLM-Evaluation eine ungewöhnliche Tiefe — er kann jedes heutige methodische Argument im 50-jährigen Bogen der Sprachtechnologie verorten.